Obstbäume pflanzen – leckere Früchte im eigenen Garten

An einem warmen Junitag trafen sich unsere beiden Gartenzaunfreunde Lennard und Yannick, nein, nicht wie üblich am Zaun, sondern vor ihren Häusern, als beide nämlich vom Einkaufen kamen – also eher zufällig. Die Autos waren vollbepackt mit allerlei Essbarem und während Silke und Antje damit begannen, die Einkäufe nach drinnen zu verfrachten, hielten die Herren der Schöpfung einen kleinen Plausch. Natürlich hätten sie ihren Frauen auch geholfen, doch bei derartigen Aktivitäten standen sie eh nur im Weg rum.

„Na Lennard, auch wieder einen Batzen Geld ausgegeben?“ „Ach ja, muss ja. Familie will was zu essen.“ „Hoffentlich nur Gesundes …“ „Natürlich!“ Lennard zwinkerte Yannick zu und beiden war klar, dass auch mal die eine oder andere Tafel Schokolade dabei war. „Du, weil wir uns gerade treffen und über Einkäufe plaudern, Lennard: Wir haben wie immer viel Obst gekauft. Nun hab ich mir gedacht, dass wir zusätzlich zu unseren Erdbeeren, Stachelbeeren und Himbeeren noch Obstbäume pflanzen könnten.“ Lennard begann zu grinsen, denn genau diesen Einfall hatte er neulich schon mal gehabt und wollte sowieso demnächst mit Yannick darüber reden. „Yannick, darüber habe ich mir schon mal ein paar Gedanken gemacht. Lass uns doch in einer Viertelstunde hinten am Zaun bei einem Bier treffen und alles bereden.“ Gesagt. Getan.

Obstbäume pflanzen: Spindelbäume für kleine Gärten

Das kühle Bier in der Hand, die Ideen im Kopf, trafen sich die Freunde kurze Zeit später am Zaun und steckten die gemeinsamen Ziele ab. „Also Yannick, ich möchte in meinem Garten ebenfalls noch einen Obstbaum haben. Zwei Apfelbäume hab ich ja schon, jetzt soll noch ein Pflaumenbaum dazukommen. Wie sieht es denn bei Dir aus?“ „Die Entscheidung wollte Silke mir überlassen. Da ich Äpfel und Birnen nicht so sonderlich mag, schwanke ich gerade noch zwischen Kirsche und Pflaume. Da ich aber mal gehört habe, dass man zwei Obstbäume derselben Sorte pflanzen sollte, tendiere ich auch zur Pflaume.“ „Das liegt daran“, erklärte Lennard, „dass viele Obstbäume zur Befruchtung einen zweiten Baum brauchen. Manche sind selbstbefruchtend, bei Pflaumen ist das nicht der Fall. Wenn wir beide also einen Pflaumenbaum pflanzen, dann helfen wir uns gegenseitig.“ „Na dann ist es ja schon entschieden.“

Yannick nahm einen tiefen Schluck aus der Flasche und hatte auch gleich die nächste Frage parat. „Jetzt sind unsere Gärten ja nicht allzu groß. Passt da ein weiterer Baum eigentlich noch rein?“ Lennard nickte. „Ja, das sollte kein Problem sein. Wir nehmen dazu einfach einen Spindelbaum. Dessen Verzweigungen beginnen viel tiefer als bei normalen Bäumen und auch die Schnelligkeit des Wachstums ist langsamer. Bei Hochstämmen oder Halbstämmen könnten wir tatsächlich irgendwann ein Platzproblem bekommen.“ Yannick war bereits voller Tatenfreude. Er wollte lieber gleich als später einen Baum aus der Baumschule holen. „Wann hast Du denn vor, Dir den Baum zu holen? Wollen wir gleich los“, fragte Yannick ungeduldig. „Nein, da sollten wir uns noch bis September oder Oktober Zeit lassen. Denn der Herbst ist die beste Pflanzzeit für Obstbäume. So können sie bis zum Winter noch gut einwurzeln und vergeuden die Kräfte nicht für das Wachstum.“ Als Lennard das gesagt hatte, war Yannick enttäuscht. „Sei nicht traurig, es ist wirklich besser so. Außerdem können wir bis dahin noch den besten Platz suchen und gemeinsam besprechen, wie man Obstbäume pflanzt.“

Obstbäume pflanzen: Den Boden gut vorbereiten

„Moment, ich komme gleich wieder.“ Yannick ließ Lennard alleine am Zaun zurück, ging ins Haus und kam kurze Zeit später mit einem Block, einem Stift und zwei neuen Bierflaschen wieder. „So, dann erzähl mal, wie man Obstbäume richtig pflanzt.“ Erwartungsfroh zückte Yannick seinen Stift und hörte aufmerksam zu. „OK, das können wir in 7 Schritten tun.

  • Zuerst tragen wir die Grasnarbe ab. Dazu müssen wir natürlich wissen, wie groß der Durchmesser des Wurzelwerkes ist. Das erfahren wir also erst, wenn wir den Obstbaum kaufen.
  • Im zweiten Schritt wird das Pflanzloch ausgehoben und zwar so weit, dass das Wurzelwerk ohne Probleme reinpasst. Die Wurzeln dürfen dabei nicht abknicken. Die Sohle des Lochs lockern wir mit dem Spaten noch auf.“

„Lockern wir mit dem Spaten noch auf“, Yannick schrieb alles haargenau mit. „Auch da wissen wir die Tiefe natürlich erst dann, wenn wir den Baum haben.“ „Richtig! Dann kommen wir auch gleich zu Schritt drei.

  • Der Baum sollte genauso tief gepflanzt werden, wie er in der Baumschule im Boden steckte. Das sieht man gut am hellen Rand an der Rinde. Ansonsten gilt: Nicht zu tief setzen. Wenn man flacher pflanzt, können sich die Wurzeln besser entwickeln.
  • Der nächste Schritt ist das Einschlagen eines stabilen Pfahls in den Boden. Ca. 15 Zentimeter Abstand zum Baum und so weit, dass er stabil steht.
  • Ja, nun den Baum neben dem Pfahl positionieren und das Pflanzloch wieder mit Erde füllen, ehe man die Erde festtritt.“

„Ich habe aber mal gehört, dass man Erde nicht festtreten soll“, unterbrach Yannick Lennards Monolog. „Da hast Du prinzipiell schon Recht, bei Bäumen ist das aber anders. Deren Wurzeln sind stärker und hier muss man etwas antreten, damit keine Hohlräume entstehen.“ „Aha. Man lernt eben nie aus!“ Lennard fuhr fort:

  • „Gut, dann kann der Obstbaum nun am Pfahl angebunden werden. Das macht man mit einem Kokosstrick oder mit einem Hanfseil. Damit die Baumrinde keinen Schaden nimmt und der Baum auch wirklich stabil steht, wickelt man den Strick in mehreren achtförmigen Schlaufen um Stamm und Pfahl, danach wird der Zwischenraum umwickelt und schließlich verknotet.“

„Und jetzt“, warf Yannick ein,

  • „formen wir einen Gießrand und gießen den Obstbaum richtig gut ein. Der Rand sorgt dafür, dass das Wasser nicht davonfließen kann.“

„Genau so ist es“, sagte Lennard. Du siehst, das ist gar nicht schwer. Außerdem sind wir zu zweit und helfen uns ja gegenseitig.“ „Prima!“ Yannick war zufrieden, legte den Block weg und prostete seinem Freund zu. „Dann warten wir mal, bis der Herbst endlich kommt …“

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