Beete anlegen – Gartenparadies mit Flower Power

Als Lennard und Yannick Mitte der 80er in ihre Häuser zogen, war von einem Garten noch nicht viel zu sehen. Das änderte sich aber sehr schnell – schon allein deshalb, weil die Frauen der beiden Jungs, Antje und Silke, ihnen ständig in den Ohren lagen, sie mögen doch endlich Hand an den Garten legen. Diesem Umstand war es dann auch zu verdanken, dass beide so enge Freunde wurden und sich gegenseitig beim Gärtnern unterstützten. Nachdem sich beide über einen entsprechenden Plan, wie der Garten aussehen sollte, gemacht hatten, ging es ums Beete anlegen. Hört sich einfach an und war im Endeffekt auch nicht besonders schwer. Gemeinsam haben die beiden das prima hinbekommen.

Beete anlegen: Die ersten Schritte

„Du Lennard“, sagte Yannick damals, „Silke möchte gerne ein Rosenbeet, einen Steingarten, ein Hochbeet, ein Staudenbeet und ein Gemüsebeet haben.“ „Na Ansprüche stellt sie ja kaum“, lachte Lennard und betrachtete sich stirnrunzelnd seinen Gartenplan, den seine Frau schon mal angelegt hatte. „Naja, bis auf das Gemüsebeet hat meine Antje dieselben Wünsche. Die müssen sich abgesprochen haben.“ Beide witzelten noch etwas herum, waren aber recht froh, dass die Damen des Hauses ähnliche Wünsche hatten, so gestaltete sich das Beete anlegen nicht allzu umfangreich.

So kam es auch, dass – noch bevor die Beete entstanden – Lennard und Yannick sich einen festen Punkt am Gartenzaun aussuchten, an dem sie sich nun schon über 30 Jahre trafen und fachsimpelten. Um diesen, für sie zentralen Punkt, entstanden dann im Laufe der Zeit die Beete.

Es war ein Samstagvormittag, als sich beide am Zaun ihrer – naja, Gärten konnte man das noch nicht nennen, sagen wir deshalb lieber Äcker – trafen. „So Yannick, ich habe meinen Plan schon mal erstellt, wie sieht es mit deinem aus?“ Lennard reichte Yannick seinen Plan, den er zusammen mit seiner Frau gezeichnet hatte. Auch Yannick hatte seinen fertig, er wusste also, wie es mal aussehen sollte, mehr aber auch nicht. „Du hast ja schon ein bisschen Erfahrung im Gärtnern, sind denn die Pläne so realisierbar?“ Lennard studierte die Pläne und beide gingen das Vorhaben Schritt für Schritt durch.

„Wichtig ist, dass die Beete so angelegt sind, dass sonnenhungrige Pflanzen ausreichend Licht bekommen“, begann Lennard. „Momentan ist das ja noch kein Problem, weil im Garten noch nichts gepflanzt ist, aber wenn Du Bäume, Büsche oder Hecken willst, musst Du das mit einplanen. Auch die Bodenbeschaffenheit musst Du berücksichtigen. Wir haben hier sehr festen Boden, wenn Du bestimmte Pflanzen haben möchtest, die einen lockeren Boden brauchen, müsstest Du noch Sand beimischen. Du siehst, Beete anlegen ist keine Zauberei, aber wenn man möchte, dass die Pflanzen gedeihen, dann muss man ein paar Punkte berücksichtigen.“ Nach diesem Monolog staunte Yannick nicht schlecht, was Lennard alles wusste, denn er hätte einfach drauf losgepflanzt.

Beete anlegen – die wichtigsten Handgriffe

Nachdem Lennard nun so viel von sich gegeben hatte, war Yannick dran. Denn auch er wusste so einiges – dass er im Vorfeld seine Großmutter eingehend befragt hatte, musste er Lennard ja nicht auf die Nase binden. „Damit die Pflanzen in einem Beet auch richtig zur Geltung kommen, solltest Du sie immer in Pflanzengruppen zusammensetzen. Große nach hinten, kleine nach vorne und dazwischen kommen Bodendecker gut. Damit ersparst Du Dir irgendwann das lästige Unkrautzupfen.“ „Siehst Du, Yannick, daran hätte ich jetzt nicht gedacht. Irgendwie scheinen wir uns perfekt zu ergänzen“, Lennard war froh, so einen Nachbarn gefunden zu haben.

„Das Hochbeet bauen wir selbst“, fuhr Lennard fort. „Das zimmer ich uns aus robustem Holz zusammen. Und den Steingarten werden wir auch ein wenig erhöht anlegen. Damit das Wasser die Erde nicht wegspült, umgeben wir das Beet dann mit Findlingen. Da hab ich Kontakt zu einem Steinbruch, da können wir uns ein paar Findlinge kostenlos holen.“ Und wieder konnten die beiden Freunde etwas von ihrer Liste abhaken. „Zwischen die Rosen solltest Du Lavendel pflanzen“, hakte Yannick ein. „Das sieht nicht nur toll aus, es schützt die Rosen auch vor Blattläusen. Empfindliche Rosen sind in geschützten Lagen, wie etwa in der Nähe von Hauswänden oder Hecken, am besten aufgehoben.“

„Was mir gerade noch eingefallen ist“, warf Lennard ein, „ich glaube, ich möchte ein Beet nur mit Bauernblumen. So richtig altmodisch und alles schön durcheinandergewürfelt. Davor eine kleine Mauer, das könnte dahinten am Zaun toll aussehen, oder was meinst Du?“ Lennard war jemand, der nicht lange überlegte, er nahm sich also den Plan zur Hand und zeichnete dort noch sein Bauernblumenbeet ein. „Eine schöne Idee, Lennard, das würde bei mir auch noch gut reinpassen, aber erstens sollen sich unsere Gärten ja nicht allzu sehr gleichen und zweitens soll ich für Silke ja noch ein Gemüsebeet anlegen. Das würde ich auch etwas höher gestalten und unten mit Draht versehen, damit keine Wühlmäuse hinkommen und es auch die Schnecken nicht so einfach haben.

Beete anlegen: der Zeitpunkt

„Sag mal Yannick, wann sollen wir denn damit anfangen, die Beete anzulegen? Wir haben ja schon September, da wird das in diesem Jahr wohl nichts mehr, oder?“ „Kommt drauf an, wie schnell Du bist. Die Beete müssen natürlich noch hergerichtet werden, eingefasst und die Erde eventuell gelockert werden. Ansonsten kannst Du aber durchaus noch im Herbst mit dem Bepflanzen anfangen. Gerade für Rosen, Stauden, Kletterpflanzen und Beerensträucher ist der Herbst die beste Pflanzzeit. Aufpassen solltest Du bei frostempfindlichen Pflanzen wie Lavendel, Hortensien, Hibiskus oder Bambus, die solltest Du tatsächlich erst im Frühling pflanzen. Ach ja, und Zwiebelpflanzen wie Tulpen, Narzissen und Osterglocken kommen natürlich auch im Herbst in die Erde.“

„Weißt Du, wie ich das mache Yannick? Ich bereite die Beete jetzt erst mal vor, dann sehen wir, ob es zum Pflanzen noch ausreicht. Die Blumenzwiebeln setze ich aber noch, dann hab ich im nächsten Jahr schon ein tolles Frühlingsbeet. Und Antje sag ich nichts davon, die wird staunen!“ „Weißte was? Das mach ich auch!“ Gesagt, getan! Mit einem Bier besiegelten die beiden an ihrem neuen Treffpunkt am Zaun das Vorhaben und begannen schon bald, die Äcker in ansehnliche Gärten zu verwandeln.

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